Warum Onetasking statt Multitasking?
In einer Welt, die immer schneller wird und in der Multitasking als Fähigkeit geschätzt und oftmals fast vorausgesetzt wird, fühlen sich viele Menschen gestresst und überfordert. Besonders feinfühlige und hochsensible Frauen, die Reize und Emotionen intensiver wahrnehmen, leiden oft unter den negativen Auswirkungen von Multitasking. Besser: Onetasking statt Multitasking.
In diesem Blogartikel erfährst du, warum Onetasking gerade für hochsensible Frauen so wichtig ist und wie es dir helfen kann, Stress abzubauen, produktiver zu sein und deine innere Balance zu finden.
Warum ist Multitasking schädlich?
Multitasking mag auf den ersten Blick effizient erscheinen, doch zahlreiche Studien zeigen, dass es eigentlich das Gegenteil bewirkt. Hier sind einige der häufigsten negativen Auswirkungen von Multitasking:
- Verminderte Produktivität: Entgegen der landläufigen Meinung macht Multitasking uns langsamer. Unser Gehirn kann sich nicht gleichzeitig auf mehrere komplexe Aufgaben konzentrieren. Stattdessen wechselt es ständig zwischen verschiedenen Aufgaben hin und her, was Zeit und Energie kostet.
- Erhöhtes Stresslevel: Wenn wir versuchen, mehrere Dinge gleichzeitig zu erledigen, setzen wir uns selbst unter Druck. Dieser ständige Wechsel zwischen Aufgaben führt zu einer dauerhaften Anspannung und Überlastung. In weiterer Folge kann es sogar zu Erschöpfungszuständen und Burnout führen.
- Oberflächliche Ergebnisse: Multitasking verhindert tiefes, konzentriertes Arbeiten. Anstatt eine Aufgabe mit Sorgfalt und Kreativität zu erledigen, tendieren wir dazu, Dinge schneller abzuhaken, ohne in die Tiefe zu gehen.
- Fehler: Multitasking führt zu einer höheren Fehleranfälligkeit.
- Gedächtnisschwäche: Je mehr Sachen wir gleichzeitig machen, desto weniger merken wir uns davon. Auf lange Sicht können wir damit sogar unsere Gedächtnisleistung schwächen. Siehe eine Studie, die in der Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde
Was versteht man unter Onetasking?
“Onetasking” bedeutet, sich auf eine einzige Aufgabe zu konzentrieren, bis sie abgeschlossen ist, anstatt mehrere Aufgaben gleichzeitig zu bewältigen. Dabei geht es darum, die Aufmerksamkeit vollständig auf diese eine Tätigkeit zu richten und jegliche Ablenkung zu vermeiden. Hat man mehrere Aufgaben zu erledigen, dann macht man das bei Onetasking hintereinander. Erst wenn die eine Aufgabe abgeschlossen ist, widmet man sich hier der Nächsten.
Warum ist Onetasking besonders für hochsensible Frauen wichtig?
Hochsensible Frauen nehmen ihre Umwelt besonders intensiv wahr und sind häufig sehr empfänglich für äußere Reize. Dies bedeutet, dass sie stärker auf Geräusche, Emotionen oder visuelle Eindrücke reagieren und mehr Zeit benötigen, um diese Reize zu verarbeiten. Multitasking kann in solchen Fällen zu einer Überstimulation führen, was sich in Form von:
- Ermüdung,
- Stress,
- Konzentrationsschwierigkeiten oder
- emotionaler Erschöpfung äußert.
Durch Onetasking können wir diese Reizüberflutung minimieren und bewusster sowie stressfreier arbeiten. Die Vorteile des Onetasking liegen darin, dass es uns hilft, unsere mentale Energie gezielt zu steuern und dabei innere Ruhe zu finden.
Drei Tipps, wie du Onetasking in deinem Alltag umsetzen kannst
Plane deinen Tag mit klaren Prioritäten
Eine der größten Herausforderungen im Alltag ist es, sich nicht von unzähligen To-dos überwältigen zu lassen. Beginne deinen Tag, indem du maximal drei Prioritäten festlegst. Stelle dir die Frage: Was ist heute wirklich wichtig? Diese Prioritäten sollten realistisch und machbar sein. Indem du dich auf wenige, wichtige Aufgaben konzentrierst, vermeidest du es, deine Energie auf zu viele Dinge gleichzeitig zu verteilen.
Am bestem funktioniert es, wenn du dir von diesen 3 Aufgaben dann die Allerwichtigste herausnimmst, die du als erstes in Angriff nimmst.
Verwende Zeitblöcke
Ein Tipp ist, einen festen Zeitblock für jede Aufgabe einzuplanen, in dem du dich ausschließlich dieser einen Aufgabe widmest. Solche Zeitblöcke können von 30 Minuten bis hin zu 50 Minuten reichen. Wichtig ist, dass du während dieses Zeitraums keine anderen Aufgaben oder Ablenkungen zulässt. Nach dem Zeitblock kannst du eine kurze Pause machen, um dich zu regenerieren.
Minimiere Ablenkungen
Ablenkungen sind der größte Feind des Onetaskings. Hier einige Tipps, wie du Ablenkungen minimieren kannst:
- Schalte Benachrichtigungen aus: Dein Smartphone oder dein Computer können durch ständige Benachrichtigungen deine Aufmerksamkeit immer wieder unterbrechen. Schalte diese während deiner Arbeitszeit aus oder aktiviere den „Nicht stören“-Modus. Vergiss dabei nicht, die Email-Benachrichtigungen auszuschalten.
- Schaffe eine ruhige Umgebung: Hochsensible Menschen sind besonders anfällig für äußere Reize wie Lärm oder Unordnung. Sorge dafür, dass dein Arbeitsumfeld aufgeräumt und ruhig ist, sodass du dich besser auf deine Aufgaben konzentrieren kannst. Verwende Noise Cancelling Kopfhörer, wenn dir deine Umgebung zu laut ist.
- Nutze Tools zur Fokussierung: Es gibt verschiedene digitale Tools wie die „Pomodoro-Technik“, die dir helfen können, dich auf eine Aufgabe zu fokussieren. Dabei arbeitest du für 25 Minuten konzentriert an einer Aufgabe und machst anschließend eine kurze Pause.
Langsamer Arbeiten
Onetasking erfordert eine bewusste Entscheidung, den Moment zu schätzen und die Geschwindigkeit des Alltags zu reduzieren. Dies ist besonders wichtig für hochsensible Frauen, da sie dazu neigen, schneller in Stress zu geraten.
- Achtsamkeitsübungen: Meditation oder Atemübungen können dir helfen, dich besser zu konzentrieren und deine Gedanken zur Ruhe zu bringen. Beginne deinen Tag mit ein paar Minuten Stille, um deine innere Balance zu finden.
- Langsamer arbeiten: Je mehr Zeitdruck du dir machst, desto eher fällst du in die Multitaskingfalle. Sobald du merkst, dass du dir selbst zeitlichen Druck machst, solltest du betont langsamer arbeiten. Das nimmt den Druck raus und ermöglicht dir, dich wieder besser zu fokussieren. Durch bewusstes, langsames Arbeiten kannst du deine Aufgaben besser verarbeiten und die Qualität deiner Arbeit verbessern.
Mein Fazit:
Onetasking ist eine wertvolle Methode, um nicht nur deine Produktivität zu steigern, sondern auch deine innere Ruhe zu finden. Besonders für hochsensible Frauen kann das bewusste Fokussieren auf eine Aufgabe dabei helfen, die ständige Reizüberflutung zu reduzieren und ein stressbefreites, achtsameres Leben zu führen.
Wenn du klare Prioritäten setzt, Ablenkungen minimierst und Achtsamkeit in deinen Alltag integrierst, wirst du merken, wie du mehr Kontrolle über deine Zeit gewinnst und gleichzeitig emotional ausgeglichener wirst. Onetasking ist also nicht nur eine Arbeitsweise – es ist eine Lebensweise, die dich dabei unterstützt, in einer hektischen Welt gelassener und fokussierter zu bleiben.
Wie du als feinfühlige, hochsensible Frau noch mehr zu dir findest, erfährst du in meiner Membership „Nah bei dir“. Eine Reise durch die persönliche Weiterentwicklung für feinfühlige, empathische Frauen. 12 Monatsschwerpunkte mit vielen praktischen Übungen.
Von meinem Podcast Spür:Sinn gibt es ebenfalls eine Folge zu Monotasking. Hier kommst du direkt zur Folge 70.
Über die Autorin:
Mag. Alexandra Gillich-Brandstätter, Autorin des Buches Liebe herznah, ist Psychosoziale Beraterin, Familiencoach und Paarberaterin. Ihre Expertise liegt in der Lösung emotionaler Blockaden. Du erreichst sie unter www.alexandragillich.at.

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